Hantavirus-Symptome erkennen
Hantaviren lösen je nach Virus-Stamm zwei unterschiedliche Krankheitsbilder aus: das hämorrhagische Fieber mit renalem Syndrom (HFRS) in Eurasien und das Hantavirus-pulmonale Syndrom (HPS) in Nord- und Südamerika. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 1–6 Wochen.
Frühe Symptome (Tag 1–5)
- Plötzlich einsetzendes hohes Fieber (39–40 °C)
- Starke Kopfschmerzen und Schüttelfrost
- Muskelschmerzen, vor allem im Rücken und in den Oberschenkeln
- Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
- Konjunktivale Rötung, Lichtempfindlichkeit
HFRS – Nierensymptome (ab Tag 5)
Verursacht u. a. durch Puumala-, Dobrava-, Hantaan- und Seoul-Virus. In Deutschland ist Puumala (übertragen durch die Rötelmaus) am häufigsten.
- Akutes Nierenversagen, sinkende Urinmenge
- Blutdruckabfall, Schock
- Punktförmige Hauteinblutungen (Petechien)
- Erhöhte Kreatinin- und Harnstoffwerte
HPS – Lungensymptome
Verursacht durch Sin-Nombre-Virus (Nordamerika) und Andes-Virus (Südamerika). Letalität bis zu 40 %.
- Trockener Husten, schnell zunehmende Atemnot
- Lungenödem mit Sauerstoffsättigungsabfall
- Tachykardie, niedriger Blutdruck
- Häufig intensivmedizinische Behandlung notwendig
Wann zum Arzt?
Wer nach Kontakt mit Nagetieren oder deren Ausscheidungen (z. B. beim Reinigen von Schuppen, Dachböden, Hütten) plötzlich hohes Fieber, Atemnot oder eine deutlich verminderte Urinmenge entwickelt, sollte umgehend ärztliche Hilfe suchen und auf den Verdacht hinweisen.
Quellen: RKI, WHO, ECDC, CDC. Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung.